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Samstag, 23. Februar 2013

Verseifte Öle/Fette


Ich stelle hier mal einen kleinen Überblick der verseiften Öle ein, ist für den ein oder anderen bestimmt interessant um "seine" Seife zu finden:


Aprikosenkernöl  Prunus Armeniaca (Apricot) Kernel


Ein sehr reichhaltiges Öl mit sehr guten Pflegeeigenschaften. Es wird vorallem für empfindliche Haut empfohlen, da es reich an Enzymen ist, sowie antibakteriell wirkt.

Arganöl  Argania spinosa L.

Argan oil

Eines der teuersten und kostbarsten Öle überhaupt. Es wird aus den Früchten des Arganbaums, einer der ältesten Baumarten der Welt, gewonnen. Der Arganbaum ist ausschließlich im Südwesten Marokkos zu finden und gilt als bedroht.  Das Arganöl ist reich an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren und gilt als "Anti Stress" Öl für die Haut. Insbesondere für die Gesichtspflege geeignet, wird aber auch zur Narbenbehandlung eingesetzt.

Avocadoöl  Persea Gratissima


Ein grünes, vitaminreiches (A, B, D, E ) Öl das aus dem Fruchtfleisch der Avocadofrucht gewonnen wird. Das Unverseifbare enthält eine beachtliche Menge an Phytosterinen die u. a. für eine gute Aufnahme des Öls durch die Haut sorgen. Kombiniert mit Olivenöl gibt Avocadoöl eine besonders feine Seife, die gerne auch für Babys verwendet wird. Avocadoöl wird von der Haut sehr schnell und gut absorbiert, es ist ein effizientes Trägeröl und durch den weichmachenden Effekt ein ideale Wahl zum Überfetten von Seifen. Avocadoöl gibt einen feinen, cremigen Schaum. Darüber hinaus ist es aber recht teuer und die Seifen damit eben auch.

Babassufett  Orbignya oleifera


Die stattliche Babassupalme stammt aus Brasilien, aus den fetthaltigen Früchten wird durch Auspressen das Babassuöl gewonnen. Von der Zusammensetzung her ähnelt es mit seinem hohen Gehalt an Laurin- und Myristinsäure dem Kokosnussöl, ebenso wie dieses wurde das Babassuöl schon vor über hundert Jahren zur Seifenherstellung verwendet, da immer mehr allerdings Probleme mit der Verträglichkeit von Kokosöl haben, ist es die ideale Alternative. Es gibt harte, gut schäumende Seifen. Babassuöl ist weiß bis hellgelb und ist aufgrund seiner Zusammensetzung auch für Shampooseifen gut geeignet - traditonell wird es bei strapaziertem und/oder trockenem Haar verwendet.

Hanföl  Cannabis sativa


Das Hanföl zählte früher zu den preiswerten Fetten, die in größerem Ausmaß bei der Seifenherstellung zum Einsatz kamen, insbesondere bei der Erzeugung von Schmierseife. Heute ist das durch Kaltpressung gewonnene Hanföl sehr teuer und wird eigentlich nur zum Überfetten der Seife genommen. Es verseift sich leicht, und macht die Seife weich. Hilfreich bei Neurodermititis, hautberuhigend.

Jojobaöl  Simmondsia Chinensis


ist eigentlich ein flüssiges Wachs, es dringt gut in die Haut ein, da es in der Zusammensetzung dem Hautfett ähnelt, wirkt entzündungshemmend und verbessert die Haltbarkeit, da es ein Antioxidant ist.

Kakaobutter  Theobroma Cacao    


macht Seife außerordentlich hart und schützt die Haut. Empfehlenswert bei strapazierter Haut, nicht so gut bei erhöhter Aktitviät der Talgdrüsen (fette Haut). Praktisch kein Schaum aber immerhin ein feines Hautgefühl.

Kokosöl  cocos nucifera


wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuß gewonnen, die ca. 70 % Fett enthält. Den Seifen verleiht es Festigkeit sowie üppigen, großporigen Schaum, der allerdings nicht allzu stabil ist. Seife mit einem hohen Kokosnußanteil schäumt auch im Salzwasser, doch ein Zuviel kann bedingt durch die starke Entfettung (=Reinigungswirkung) die Haut austrocknen - bis zu einem gewissen Grad kann das durch geschickte Kombination der anderen Öle ausgeglichen werden (Sonnenblume, Distel- u. Traubenkernöl wirken dem z.B. entgegen).

Lanolin



Wollwachs - oder Lanolin - ist das Fett, das aus der Schafwolle gewonnen wird. Es erinnert in der Farbe an Bernstein und ist sehr klebrig anzufassen.
Lanolin ist der perfekte Weichmacher der Haut. Es glättet feine Riefen und Risse und versorgt die Haut mit rückfettenden Lipiden, die die Hautfeuchtigkeit binden. Das funktioniert so gut, weil Lanolin hautverwandte Fette und Fettsäuren enthält - natürliche Bestandteile des ‚Kitts’ zwischen unseren Hornzellen.
Ausserdem wirkt Lanolin reizlindernd, wundheilend, zellregenerierend und epithelbildend bei wunder, abgeschürfter Haut. Es glättet raue, rissige Haut und verbessert die Feuchtigkeitsbindung.

Lorbeeröl  Laurus nobilis


Ein grünes, halbfestes Öl das unter anderem zur Hufpflege der Pferde verwendet wird - als Zusatz zu Seifen wird es schon über hundert Jahre verwendet, dem Öl wird eine positve Wirkung auf Haut und Haar. Dennoch ist es derzeit eine umstrittene Kosmetikzutat, da Lorbeeröl als allergieauslösend und hautreizend gilt. Ich habe eine Alepposeife mit einem sehr hohen Anteil an Lorbeeröl und empfinde es als ausgesprochen pflegend.

Mandelöl  Prunus Dulcis


Ein wunderbares Öl für die Haut, es wird schon seit dem Alterum für die Schönheitspflege verwendet. Sehr gut auch für Haut- oder Badeöle geeignet, es wirkt reizlindernd, pflegend und schützend und ist besonders für trockne Haut geeignet, die zu Rissen, Ekzemen und Schuppen neigt. Vorsicht bei bekannten Nußallergien.

Nachtkerzenöl  Oenothera biennis


Wird in der Naturkosmetik besonders bei trockener, zu Ekzemen neigender Haut eingesetzt, sollte bei der Seifenherstellung nur in kleinen Mengen verwendet werden da es sehr weiche Seife gibt. Da diesem Öl haarwuchsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden ist es auch ein empfehlenswerter Zusatz zu Shampooseifen. Generell soll es aktivierend und verjüngend wirken.

Olivenöl  Olea Europaea 


wird schon seit Jahrhunderten wegen seiner heilenden, entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Es eignet sich auch gut für Kräuterauszüge (z.B. Ringelblume, Kamille, Johanniskraut). Olivenöl ergibt besonders milde Seifen mit kleinporigem, dichtem Schaum. Reine Olivenölseifen fühlen sich ein wenig „schlüpfrig“ an und neigen dazu, unter Einfluß von Feuchigkeit bzw. wenn sie zwischen ihren „Einsätzen“ nicht gut abtrocknen können, die Form zu verlieren. Nach längere Lagerung geben reine Olivenölseifen einen viel besseren Schaum und sind ausgiebiger. 

Rapsöl  brassica campestris, brassica napus


Gut geeignet für empfindliche Haut sorgt es für Feuchtigkeit und ist als heimisches Öl auch aus ökologischen Überlegungen heraus empfehlenswert, immerhin wächst es sozusagen direkt vor der Haustüre. Früher enthielt Rapsöl größere Mengen an Erukasäure und war dadurch für den menschlichen Genuß ungeeignet - mittlerweile wurde diese Erukasäure durch Züchtung eliminiert. Reine Rapsölseifen schäumen praktisch gar nicht und dunkeln mit der Zeit auch noch nach.

Reiskeimöl  Oryza sativa


Enthält neben Vitamin E noch zwei weitere natürliche Oxidantien und ist dadurch ein recht stabiles Öl. Wird auch für Cremen verwendet und hat einen (niedrigen) natürlichen Sonnenschutzfaktor. Reiskeimöl wird in Japan traditionell zur Schönheitspflege eingesetzt, es gibt etwas weichere Seife als Olivenöl. Reine Reiskeimölseife gibt einen milden, cremigen wenn auch nicht gerade üppigen Schaum, ist jedenfalls sehr angenehm auf der Haut.  Gute Pflegewirkung.

Rizinusöl  Ricinus Communis


 – hydrophiles, hautpflegendes Öl, unterstützt die schaumbildenden Eigenschaften der anderen Öle. Rizinusöl gibt weiche Seife. Außerdem verleiht es der Seife ein etwas transparentes Aussehen.

Schwarzkümmelöl  Nigella sativa


Dieses Öl wird schon seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt, heilende und entzündungshemmende und antimykotische Eigenschaften wurden nachgewiesen. Innerlich eingenommen soll es auch blutzuckersenkend wirken. In der Seife gibt es kaum Schaum.

Sesamöl  Sesamum orientale


Dieses Öl wird besonders in Indien gerne zu Hautpflegeprodukten verwendet (Salbe, Massage usw.) und eignet sich gut für die Seife, der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren macht allerdings auch die Seife weich. Als rückfettender Bestandteil fördert es die Regenerationsfähigkeit der Haut und erhöht deren Widerstandskraft gegen Umwelteinflüsse. Dringt gut in die Haut ein und hat auch einen Lichtschutzfaktor.

Sheabutter (Karité)  Butyrospermum Parkii


 - kommt aus Afrika, ist weiß und fest. Shea Butter wird aus den Nüssen des Shea Baums gewonnen und enthält viele unverseifbare, hautpflegende Stoffe. In Afrika wird eine 100%ige Sheabutterseife hergestellt, die dazu nötige Lauge wird aus der Asche verbrannter Nußschalen sowie Ästen und Blättern des Shea Baumes  gewonnen.  Shea Butter macht die Seife fest und ist gut für trockene, beanspruchte Haut sowie für Babyseifen.
Reine Sheabutterseife ist hell, hart und duftet (wenigstens am Anfang) verführerisch nach unraffinierter Sheabutter - Schaum entwickelt sich schlecht.

Sojaöl  Glycine max.


Ein zu hoher Sojaölanteil macht die Seife weich, außerdem schäumt Sojaöl, für sich alleine genommen, nicht sonderlich gut, aber es dringt gut in die Hornschicht der Haut ein und macht sie wieder weich und geschmeidig, besonders geeignet bei gereizter und/oder trockener Haut. Sojaöl ist sehr vitaminreich (besonders Vitamin E) und enthält Lecithin.

Sonnenblumenöl  Helianthus annus


Die Sonnenblume wurde von Columbus im 15. Jahrhundert von Mittelamerika nach Europa gebracht. Seit 1830 wird aus den Kernen Öl hergestellt, es ist sehr vitamin- und lecithinreich  und schützt die Haut vor Umwelteinflüssen, außerdem wirkt es leicht desinfizierend. Seifen mit Sonnenblumenöl sind mild und sehr angenehm auf der Haut.

Traubenkernöl  Vitis vinifera


 – leichtes Öl mit einem hohen Anteil essentieller Fettsäuren, zieht rasch ein ohne einen Film zu hinterlassen, gut für fette und/oder unreine Haut. Es ergibt eine milde und für empfindliche Haut geeignete Seife. 

Weizenkeimöl  Triticum vulgare


– sehr vitaminreich ( A, D, E, F), empfehlenswert für reife Haut sowie auf Grund der hautregenerierenden Eigenschaften hilfreich bei Narben, Schwangerschaftsstreifen, Falten und Ekzemen. Weizenkeimöl kann bei schlecht durchbluteter Haut recht hilfreich sein und ist auch zur Haarpflege (Kopfhaut!) gut geeignet. Reine Weizenkeimölseife schäumt zwar recht schön, ist aber leider nicht sonderlich haltbar.

Quellen:
http://www.zartgefühl.de
http://www.naturseife.com
http://www.seifenkreationen.ch

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